Was sind eigentlich Mikroorganismen?

Mikroorganismen sind Kleinstlebewesen wie Bakterien, Pilze und Hefen. Sie sind mit blossem Auge nicht sichtbar. Einerseits werden sie in den verschiedensten Bereichen industriell, wie als Geschmacksbildner bei der Backwarenherstellung oder bei der Produktion von lebenswichtigen Antibiotika genutzt. Auf der anderen Seite können Mikroorganismen den Verderb von Lebensmitteln herbeiführen und letztendlich sogar ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Auf einige Merkmale dieser Mikroorganismen soll an dieser Stelle kurz eingegangen werden. Bemerkenswert ist zum Beispiel die unter optimalen Wachstumsbedingungen sehr geringe Generationszeit von 15–30 Minuten einiger Bakterien. Dies bedeutet, dass in einem Zeitraum von 15 Stunden aus einer Bakterienzelle bis zu Milliarden von Bakterien entstehen können. Erst diese gebildeten sogenannten Kolonien sind dann direkt sichtbar.

Aussergewöhnlich ist ebenso die «àœberlebensstrategie» einiger Bakterienarten. Bei Nährstoffmangel sind diese Bakterien in der Lage Sporen als Dauerform bilden zu können. Die Besonderheit dieser bakteriellen Sporen ist die hohe Resistenz gegenüber der Einwirkung äusserer Faktoren, wie zum Beispiel Hitze, Kälte oder Chemikalien.

Nach Verbesserung der Lebensbedingungen sind Dauerformen dann wieder befähigt, sich zu einer «normalen» Bakterienzelle zurückzubilden. Im Gegensatz zu diesen bakteriellen Endsporen bilden Pilze Sporen zur Vermehrung. Neben der geschlechtlichen Fortpflanzung ist diese Art der Vermehrung ein typisches Merkmal von Pilzen und Hefen.

Die durch eine Vielzahl von Möglichkeiten gebildeten Sporen werden durch eine Reihe von Mechanismen dann letztlich in das Trägermedium Luft entlassen und natürlich verbreitet.

Unter bestimmten Wachstumsbedingungen bilden diese Sporen dann erneut ein fadenförmiges Geflecht, den Schimmelpilzrasen aus, in dem erneut zur Vermehrung Sporen gebildet werden können.